Marcel Konrad
Stoppelfelder

Roman
Ein Debüt
1983. 480 Seiten. Kartoniert

ISBN 9783250100140

»Es ist ein Kunstwerk, erzählt in einer komplizierten, expressiven, dann wieder sehr einfachen Sprache.« Konkret

Der Ich-Erzähler und zugleich Protagonist des Romans wartet in der letzten Nacht auf seine Hinrichtung am kommenden Morgen. Er hat eine Frau vergewaltigt und umgebracht. Darauf steht, in der Schweiz um 1920, die Todesstrafe. Er berichtet von seiner Kindheit auf dem Bauernhof, von der unmenschlichen und lebensverachtenden Unterdrückung der Familie durch den Vater, von Traum- und Phantasiewelten, in denen er von kleinst auf zeitlebens gelebt hat, um das tägliche, in allen möglichen Facetten lauernde, lebensbedrohende Leben überhaupt bestehen zu können. Er berichtet von seiner erwachenden Sexualität und wir er damit nicht zurechtgekommen ist, was über mancherlei Situationen zu der Tat geführt hat, für die er hingerichtet werden soll. Er erzählt auch, wie schlussendlich der Familientyrann sein von ihm schon längst herbeigesehntes Ende findet, in der Jauchegrube, und wie durch diesen Tod die Familie vollends zerstört wird. So weit die äußere, durchlaufende Geschichte.

Konrad versteht es erstaunlich souverän, den Ich-Erzähler in sicheren Bahnen zu führen. Lebendig wechseln die verschiedenen Alters- und Realitätsebenen miteinander ab, gehen bruchlos ineinander über, Phantasie- und Traumwelt verschmelzen mit der Realität auf dem Bauernhof zu jener Wirklichkeit des Ich-Erzählers, in der dieser nach eigenen Gesetzen lebt und leben muss.

»Stoppelfelder« ist ein breit angelegter, detailgetreuer, in sich stimmiger Roman.




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