Meinrad Inglin
Werner Amberg

Die Geschichte seiner Jugend
Gesammelte Werke, Band 6
Herausgegeben von Georg Schoeck
1990. 400 Seiten. Leinen

ISBN 9783250100775

Nach von außen aufgedrängten Irrwegen, die ihn bis an den Rand des Selbstmords führen, findet Amberg wie Inglin den Mut zum »Werde, der du bist« und verzichtet auf die Sicherheit eines bürgerlichen Daseins, ohne deswegen als ein »heimatloser Dichter« seiner Welt den Rücken zu kehren.

Das Dorf, im dem der Ich-Erzähler Werner Amberg um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aufwächst, ist mit seiner Topographie, den scharf umrissenen Einzelheiten des lokalen Brauchtums, mit den Tagesereignissen und den Eigenheiten der Bewohner unverkennbar Inglins Geburtsort Schwyz; der Autor greift in diesem autobiographischen Roman die »Geschichte seiner Jugend« auf, die er kurz vor dem Ersten Weltkrieg, nach abgebrochenen Ausbildungen als Uhrmacher in der väterlichen und als Kellner in der mütterlichen Familientradition, mit dem Entschluss, ein Schriftsteller zu werden, enden lässt.

Aus der Sicht des Mannes, der sein Ziel erreicht hat, werden die wesentlichen Stationen der ersten achtzehn Jahre gestaltet; die kontinuierliche Entwicklung ergibt sich indirekt aus der Gruppierung der prägenden Eindrücke des zum Dichter bestimmten jungen Menschen. Entscheidend ist dabei, trotz strenger Objektivität, die innere Gewichtung, und so stehen scheinbar geringfügige Erlebnisse gleichberechtigt neben Katastrophen, die auch von der Umwelt als solche erkannt werden. Die in »Werner Amberg« geschilderten Episoden finden sich denn auch vielfach umgestaltet gleichsam als Kristallisationspunkte der dichterischen Erfindung überall in Inglins Werk, von der »Welt in Ingoldau« bis zum Altersroman »Erlenbüel«.




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