Georges-Arthur Goldschmidt
Freud wartet auf das Wort

Freud und die deutsche Sprache II
Aus dem Französischen von Brigitte Große
2006. 256 Seiten. Gebunden

ISBN 9783250104865

»Goldschmidt beobachtet die Bereiche, wo Sprache und Seele durcheinanderfluten.« Peter von Matt

Nach seiner berühmt gewordenen Studie »Als Freud das Meer sah« setzt Georges-Arthur Goldschmidt hier seine Untersuchung der deutschen Sprache vor dem Hintergrund der Psychoanalyse fort. Freud orientierte sich an der grammatikalischen Struktur der deutschen Sprache, die die eigentliche Information immer an den Schluss der Sätze stellt, ganz im Gegensatz zum Französischen, wo Subjekt und Verb am Anfang eines Satzes die Aussage bestimmen.
Freud hat seine Methode am Vorabend der aufziehenden Nazi-Barbarei entwickelt, einer Barbarei, die alles darangesetzt hat, wie die Geschichte zeigt, zuallererst die Sprache zu beschmutzen und zu zerstören. Goldschmidt geht diesem Phänomen nach und analysiert das Einhergehen von Sprachreinigung und Sprachzerstörung. Er sieht in der deutschen Sprache die »Grundsprache«, die von keiner anderen Sprache maßgeblich beeinflusst worden ist, die durchsichtig davon spricht, was dem Benutzer in dringlicher Wirklichkeit vor Augen steht. Die beiden Sprachen, Französisch und Deutsch, werden per definitionem einander so gegenübergestellt: Das Deutsche ist urwüchsig, dinghaft, kindlich-obszön, das Französische durch luzide Rationalität geprägt, theoriegeeignet, geschmeidig, erwachsen.

 

»Goldschmidt staunt über die Verschiedenheit der beiden Sprachen. Seine klugen und lehrreichen Betrachtungen sind auch für Nicht-Philologen faszinierend zu lesen.« Michael Schornstheimer, Deutschlandradio




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