»Also. Sie geleiteten Peinlich zurück. Er wälzte sich im Löwenzahn. Dann setzte der Berufsvekehr ein.«
Der Held des Romans von Mattis Manzel trägt den Namen eines Gefühls, um das sich alle drücken und das doch, geben wir es mutig zu, unseren Affekthaushalt regiert: das Peinliche. Kein Zweifel, Peinlich ist einer der gewieftesten Romanhelden – ein Parasit unter den hehren Gefühlen und ein Schmarotzer an jedem Tisch. Steckt er einmal den Fuß in die Tür, wird man den Typ nicht mehr los, seine Joghurtlöffel liegen in jeder WG.
Mattis Manzel folgt seinem Helden durch die verdrehtesten Situationen und münzt in barock überbordenden Geschichten die Kapriolen eines Gefühls um in lachende Verwunderung und tiefsinnigen Nonsense. Mit jedem Satz beginnt etwas Neues, und mitgerissen vom Rhythmus der Bilder, richtet er einen Roman als Massenkarambolage an: ein Cut-up durch das Bilderdickicht unseres Denkens, ein bizarrer Videoclip. Hinter der skurrilen Odyssee entdeckt Manzel den Kampf um den täglichen Sinn, den man nur mit einem Lachen gewinnt.