Roswitha Hamadani
Ein Jäger trat aus einem Strauch

Roman
Ein Debüt
1984. 274 Seiten. Gebunden

»Sie sei immer wehrlos gewesen. Sie hätte nie so tiefe Wurzeln geschlagen, dass sie hätte sagen können, hier stehe ich, das will ich jetzt. Alles ziehe an ihr vorbei. Aufregend und begehrenswert. Auch sie hätte hin und wieder den Wunsch verspürt, etwas festzuhalten. Und jedesmal hätte sie vergeblich gelitten. Nie hätte es etwas gegeben, das sie hätte festhalten können.«

»Ein Jäger trat aus einem Strauch«, dieses Bild steht im Buch an zentraler Stelle und entscheidet, wie das Leben Migos, einer jungen Frau, weitergeht. Im Leben Migos bricht an dieser Stelle der für sie unlösbare Lebenskonflikt, nicht nur mit Männern, auf; eine Tragik nimmt ihren Lauf, die zu ihrem frühzeitigen Tod führt.

Julia, die jüngere Hauptfigur dieses Romans, versucht jedoch diesem »Scheitern« zu entkommen. Sie verlässt ihr Land, ihren Beruf, auf der Suche nach neuen Perspektiven, und trifft eine große Liebe, die mit ziemlich seltsamen Bedingungen verknüpft ist.

Überhaupt kommen im scheinbar leicht und harmlos erzählten Roman die ungeheuerlichsten menschlichen Vorfälle daher, Nebensächlichkeiten werden zu bissig kommentierten Idyllen, die Autorin spart nicht mit gewissen Schonungslosigkeiten, wo sie Julia mit offenen Augen durch das Zürich der beginnenden 1980er Jahre gehen lässt. »Ein Jäger trat aus einem Strauch« ist ein komplexer Roman mit einem roten Faden erotischer Szenen, an denen sich die verschiedensten Spielarten der Liebe an und für sich ablesen lassen können.




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